Bei panischer Angst vorm Zahnarzt hilft ein erster Schritt, der überschaubar bleibt. Teilen Sie der Praxis Ihre Angst bereits bei der Kontaktaufnahme mit. Fragen Sie nach einem Gespräch zum Kennenlernen und vereinbaren Sie vor einer Untersuchung ein Stoppsignal. Wenn die Angst notwendige Besuche immer wieder verhindert, kann zusätzlich psychotherapeutische Unterstützung helfen. Sie müssen nicht erst angstfrei sein, um Hilfe zu bekommen.

Vielleicht haben Sie schon mehrfach einen Termin vereinbaren wollen und das Telefon wieder weggelegt. Vielleicht sorgen Sie sich weniger vor Schmerzen als davor, im Behandlungsstuhl die Kontrolle zu verlieren. Oder Sie schämen sich, weil Ihr letzter Besuch lange zurückliegt.

„Machen Sie einfach einen Termin“ klingt dann leichter, als es ist. Deshalb geht es zunächst darum, herauszufinden, was Ihnen diesen ersten Kontakt ermöglichen könnte.

Sie müssen nicht erst angstfrei sein

Sie dürfen nervös in die Praxis kommen. Sie dürfen Fragen auf einem Zettel mitbringen, weil Ihnen im Gespräch die Worte fehlen. Auch Zittern oder Tränen bedeuten nicht, dass der Termin gescheitert ist.

Ihr erstes Ziel muss nicht sein, sämtliche notwendigen Behandlungen hinter sich zu bringen. Vielleicht ist es zunächst genug, die Zahnärztin kennenzulernen, eine Sorge auszusprechen und den nächsten Schritt zu vereinbaren.

Das Ziel muss auch später nicht sein, plötzlich gerne zum Zahnarzt zu gehen. Es geht darum, dass Untersuchungen und Behandlungen für Sie wieder machbar werden.

Was genau macht Ihnen Angst?

Zahnarztangst hat unterschiedliche Auslöser. Eine frühere schmerzhafte Behandlung kann ebenso nachwirken wie die Erfahrung, dass eine Bitte um eine Pause nicht ernst genommen wurde. Andere Menschen können gar nicht genau sagen, woher ihre Angst kommt.

Vielleicht erkennen Sie einen dieser Gedanken wieder.

  • „Was ist, wenn die Betäubung nicht wirkt und mir niemand glaubt?“
  • „Ich kann nicht sprechen, wenn jemand in meinem Mund arbeitet.“
  • „Schon beim Geräusch des Bohrers bekomme ich Herzklopfen.“
  • „Ich habe Angst vor der Spritze oder davor, würgen zu müssen.“
  • „Was, wenn meine Zähne nicht mehr zu retten sind?“
  • „Ich weiß nicht, ob ich die Behandlung bezahlen kann.“

Sie müssen Ihre Angst nicht vollständig erklären können. Ein Hinweis wie „Bitte kündigen Sie an, bevor Sie den Stuhl zurückstellen“ kann bereits helfen, eine belastende Situation zu vermeiden.

„Was denkt die Zahnärztin über meine Zähne?“

Manche Menschen fürchten die Reaktion auf ihre Zähne mehr als die Untersuchung. Vielleicht erwarten sie Vorwürfe oder die Frage, warum sie nicht früher gekommen sind.

Gerade bei starker Angst kann ein Kreislauf entstehen. Ein Termin wird verschoben, die Erleichterung hält kurz an, dann wachsen die Sorgen. Irgendwann kommt zur Angst vor der Behandlung die Scham über das lange Warten hinzu.

Der Zustand Ihrer Zähne ist kein Urteil über Sie als Menschen. Sie brauchen sich vor einer Untersuchung auch nicht für jedes versäumte Jahr zu rechtfertigen.

Für uns zählt, wie es Ihnen heute geht und was wir von diesem Punkt an für Ihre Zahngesundheit tun können. Ob wenig oder viel behandelt werden muss, lässt sich erst nach einer Untersuchung sagen. Vorher ist die schlimmste Vorstellung noch kein Befund.

Wenn schon der Anruf schwerfällt

Sie müssen beim ersten Kontakt nicht Ihre ganze Geschichte erzählen. Wenn Schreiben leichter ist als Telefonieren, können Sie zunächst eine Nachricht über die angebotenen Kontaktwege senden. Eine vertraute Person kann Sie dabei unterstützen oder mit Ihrem Einverständnis nach einem Termin fragen.

Zum Beispiel mit diesen Worten.

Ich habe starke Zahnarztangst. Schon die Vorstellung einer Behandlung löst bei mir Panik aus. Ich möchte einen ersten Termin vereinbaren und vorher besprechen, was dabei möglich ist. Mir helfen ruhige Erklärungen und ein vereinbartes Stoppsignal.

Erwähnen Sie dabei auch vorhandene Schmerzen oder eine Schwellung. So kann die Praxis einschätzen, wie dringend eine Untersuchung ist.

Für die Vorbereitung reichen wenige Punkte.

  • Notieren Sie Ihre größte Sorge und was Ihnen bisher geholfen hat.
  • Fragen Sie, ob eine Begleitperson mitkommen darf.
  • Wählen Sie möglichst eine Tageszeit, zu der Sie sich am belastbarsten fühlen. Für manche ist das morgens, für andere später.
  • Planen Sie die Anfahrt ohne Zeitdruck und nach dem Termin etwas Luft ein.

So kann der erste Termin in unserer Praxis aussehen

Beim ersten Termin in unserer Zahnarztpraxis in Euskirchen möchten wir zunächst verstehen, was Sie zu uns führt und was Ihnen schwerfällt. Sprechen Sie bitte schon bei der Terminvereinbarung an, wenn Sie zunächst ein Gespräch wünschen.

Vielleicht möchten Sie jeden Untersuchungsschritt vorher erklärt bekommen. Vielleicht helfen Ihnen kurze Ankündigungen mehr als ausführliche Beschreibungen. Beides dürfen Sie sagen.

Erst besprechen, dann untersuchen

Vor dem Blick in den Mund lässt sich vereinbaren, wie Sie eine Pause signalisieren. Bei einem Handzeichen sollte klar sein, dass die Zahnärztin die Instrumente sicher aus dem Mund nimmt und anschließend mit Ihnen bespricht, wie es weitergeht.

Bei einer Untersuchung schauen wir uns unter anderem Zähne und Zahnfleisch an. Ein Röntgenbild kommt hinzu, wenn es für die Abklärung erforderlich ist. Danach erklären wir, was wir festgestellt haben und welche nächsten Schritte sinnvoll erscheinen.

Sie dürfen nachfragen, wenn etwas unklar bleibt. Das Bundesgesundheitsportal erläutert Ihr Recht auf verständliche Aufklärung. Grundsätzlich entscheiden Sie nach dieser Aufklärung, ob Sie einer vorgeschlagenen Behandlung zustimmen.

Muss dabei sofort behandelt werden?

Ein erster Termin bedeutet nicht automatisch, dass gebohrt wird. Ohne akute Beschwerden kann zunächst die Untersuchung und Beratung im Vordergrund stehen.

Bei Schmerzen oder einer Entzündung kann eine zeitnahe Versorgung nötig sein. Auch dann besprechen wir, was empfohlen wird und warum. Die Dringlichkeit einer Behandlung hebt Ihre Mitsprache nicht auf.

Was passiert, wenn ich Panik bekomme oder weine?

Sie müssen eine Panikreaktion nicht verbergen, damit der Termin weitergehen kann. Sagen Sie möglichst früh, wenn die Anspannung steigt, oder nutzen Sie das vereinbarte Handzeichen.

In einer Pause können Sie sich orientieren und mit dem Team besprechen, was gerade hilft. Vielleicht brauchen Sie eine aufrechtere Position, weniger Erklärungen oder etwas Zeit. Versuchen Sie, ruhig weiterzuatmen, statt besonders tief oder schnell Luft zu holen.

Danach wird gemeinsam entschieden, ob ein kleinerer Schritt möglich ist oder ein anderer Plan gebraucht wird. Bei bereits begonnener Behandlung muss gegebenenfalls noch eine sichere Zwischenversorgung hergestellt werden.

Auch Weinen ist eine mögliche Reaktion auf große Anspannung. Sie müssen sich dafür nicht entschuldigen. Neue oder ungewöhnliche Beschwerden sollten Sie allerdings immer mitteilen, damit sie nicht vorschnell als Angst eingeordnet werden.

„Und wenn sehr viel gemacht werden muss?“

Ein größerer Befund bedeutet nicht, dass alles am selben Tag behandelt werden muss. Zunächst wird geordnet, was dringend ist, was geplant werden kann und welche Möglichkeiten es gibt.

Diese Fragen helfen im Gespräch.

  • Was sollte zuerst behandelt werden und warum?
  • Welche Alternativen kommen infrage?
  • Lässt sich die Behandlung auf mehrere Termine aufteilen?
  • Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse und welche entstehen zusätzlich?

Sie dürfen darum bitten, die wichtigsten Punkte schriftlich mitzubekommen. Gerade unter Anspannung ist es schwer, sich alles zu merken. Bei planbaren Entscheidungen können Sie auch um Bedenkzeit bitten.

Wenn kleine Schritte allein nicht reichen

Eine Zahnbehandlungsphobie geht über gewöhnliche Nervosität hinaus. Ein Hinweis kann sein, dass die Angst notwendige Besuche immer wieder verhindert, selbst bei Beschwerden. Ob eine Angststörung vorliegt, wird fachlich abgeklärt. Das lässt sich nicht allein daran erkennen, wie lange Ihr letzter Termin zurückliegt.

Eine begleitende Psychotherapie kann helfen, wenn die Angst den Zugang zur Behandlung versperrt. Dabei wird nicht verlangt, dass Sie sich unvorbereitet Ihrer schlimmsten Befürchtung aussetzen.

In einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene unter anderem, angstauslösende Gedanken und Reaktionen besser zu verstehen. Die Annäherung an gefürchtete Situationen wird gemeinsam geplant. Dieses Vorgehen wird in der S3-Leitlinie zur Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen von 2019 empfohlen.

Sie können sich dafür an eine psychotherapeutische Praxis wenden oder Ihre Hausarztpraxis um Unterstützung bitten. Akute Zahnprobleme sollten parallel versorgt werden und nicht warten müssen, bis eine Therapie abgeschlossen ist.

Wären Beruhigungsmittel oder eine Vollnarkose einfacher?

Der Wunsch, von einer Behandlung möglichst wenig mitzubekommen, ist verständlich. Wichtig ist aber die Unterscheidung zwischen Schmerzlinderung und dem Umgang mit Angst.

Eine örtliche Betäubung soll Behandlungsschmerzen verhindern. Eine Sedierung dämpft, je nach Verfahren und Tiefe, Anspannung und Wahrnehmung. Unter Vollnarkose sind Sie bewusstlos. Welche Unterstützung infrage kommt, hängt unter anderem von Ihrer Gesundheit, dem Eingriff und den Möglichkeiten der behandelnden Einrichtung ab.

Sedierung oder Vollnarkose können eine notwendige Zahnbehandlung ermöglichen. Sie ersetzen jedoch keine gezielte Behandlung einer anhaltenden Phobie. Für spätere Kontrolltermine kann weiterhin Unterstützung nötig sein.

Fragen Sie vorab nach, welche Verfahren die jeweilige Praxis anbietet. Nutzen und Risiken müssen individuell besprochen werden.

Weitere Fragen, die man sich nicht immer traut, laut zu stellen

Darf meine Begleitperson im Behandlungszimmer bleiben?

Fragen Sie das bei der Terminvereinbarung. Ob es möglich ist, hängt von der Situation und der geplanten Behandlung ab. Besprechen Sie auch mit Ihrer Begleitung, was Sie brauchen. Manchmal hilft ruhiges Dabeisitzen mehr als gutes Zureden.

Was ist, wenn ich den Mund nicht öffnen kann oder ständig würgen muss?

Sprechen Sie das vor Beginn an. Eine Untersuchung sollte nicht überraschend starten. Pausen, Position und Vorgehen können soweit möglich angepasst werden. Wenn eine Untersuchung zunächst nicht gelingt, wird besprochen, welche zusätzliche Unterstützung nötig ist.

Wird mir geglaubt, wenn die Betäubung nicht reicht?

Wenn Sie Schmerzen spüren, geben Sie sofort ein Zeichen. Die Wirkung der Betäubung muss dann überprüft werden. Je nach Situation kann sie ergänzt oder das Vorgehen geändert werden. Sie sollen nicht stillhalten müssen, um zu beweisen, dass Sie mitmachen.

Darf ich vorher selbst ein Beruhigungsmittel nehmen?

Nehmen Sie zur Vorbereitung keine zusätzlichen Beruhigungs- oder Schlafmittel ohne ärztliche Absprache. Informieren Sie das Team über Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, und verändern Sie deren Einnahme nicht eigenständig. Auch Alkohol ist keine geeignete Hilfe. Bei einer geplanten Sedierung erhalten Sie genaue Hinweise zu Vorbereitung, Begleitung und Fahrtüchtigkeit.

Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnarztangst?

Das hängt davon ab, welche Behandlung notwendig ist. Zahnbehandlung, Psychotherapie und eine mögliche Narkose werden nach unterschiedlichen Voraussetzungen beurteilt. Im Beitrag Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnarztangst? gehen wir auf diese Kostenfragen gesondert ein.

Bei akuten Beschwerden bitte nicht auf den Kennenlerntermin warten

Wenn Sie starke Zahnschmerzen, eine zunehmende Gesichtsschwellung oder Fieber zusammen mit Zahnproblemen haben, brauchen Sie eine dringende zahnärztliche Abklärung. Erwähnen Sie am Telefon sowohl die Beschwerden als auch Ihre Angst.

Bei Atemnot oder zunehmenden Schluckbeschwerden mit Schwellung im Mund- oder Halsbereich rufen Sie 112. Weitere Orientierung bietet unser Beitrag Plötzlich starke Zahnschmerzen. Wann ist es ein Notfall?.

Ein erster Kontakt, der für Sie machbar ist

Für uns zählt nicht, wann Ihr letzter Zahnarztbesuch war. Wichtig ist, wie es Ihnen heute geht und welche Unterstützung Sie brauchen.

Wenn Sie sich bei unserer Praxis in Euskirchen melden, sagen oder schreiben Sie gerne, dass Zahnarztbesuche Ihnen große Angst machen. Wir besprechen mit Ihnen, wie der erste Termin vorbereitet werden kann.

Sie erreichen die Zahnarztpraxis Katharina Lintel-Höping in der Spiegelstraße 15 unter 02251 726 61 oder über unsere Kontaktseite.


Quellen

Katharina Lintel-Höping
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