Starke Zahnschmerzen sollten zeitnah untersucht werden. Nicht jeder Schmerz ist jedoch ein Notfall für den Rettungsdienst. Entscheidend ist, ob zusätzlich eine Schwellung, Fieber, eine starke Blutung oder Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen auftreten.

Während der Öffnungszeiten ist Ihre Zahnarztpraxis die erste Anlaufstelle. Treten die Beschwerden ausserhalb der Sprechzeiten auf und können nicht bis zum nächsten Werktag warten, hilft der zahnärztliche Notdienst. Bei Atemproblemen oder einer schnell zunehmenden Schwellung im Gesicht oder am Hals rufen Sie bitte sofort die 112.

Wie ein schmerzender Zahn behandelt werden muss, lässt sich erst nach der Untersuchung sagen. Manchmal reicht eine Füllung. Bei einem grösseren Defekt können ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone sinnvoll sein. Ist das Gewebe im Zahninneren entzündet, kann eine Wurzelbehandlung notwendig werden.

Starke Zahnschmerzen und jetzt?

Die Stärke des Schmerzes allein zeigt nicht zuverlässig, was im Zahn passiert. Ein stark entzündeter Zahn kann sehr heftig pochen. Umgekehrt kann eine Entzündung fortbestehen, obwohl der Schmerz plötzlich nachgelassen hat.

Für die erste Einschätzung helfen die zusätzlichen Beschwerden.

Situation Was Sie tun sollten
Atemnot, Schluckbeschwerden oder eine schnell zunehmende Schwellung im Gesicht oder am Hals Sofort 112 rufen oder medizinische Notfallhilfe aufsuchen
Schwellung mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl oder zunehmendem Druck Dringend zahnärztlich oder medizinisch abklären lassen
Starke Schmerzen, die sich nicht ausreichend beruhigen oder keinen Schlaf zulassen Praxis anrufen oder ausserhalb der Sprechzeiten den zahnärztlichen Notdienst kontaktieren
Anhaltende Blutung nach einer Behandlung oder Verletzung Zeitnah zahnärztliche Hilfe suchen
Stabile Zahnschmerzen ohne Schwellung, Fieber oder andere Warnzeichen Möglichst am nächsten Werktag einen Termin vereinbaren
Kurzer Schmerz bei Kälte oder beim Kauen Termin zur Untersuchung vereinbaren und bis dahin beobachten, ob die Beschwerden zunehmen

Diese Einteilung dient nur als erste Orientierung. Wenn Sie unsicher sind oder sich Ihr Zustand verändert, lassen Sie die Beschwerden früher einschätzen.

Wann der zahnärztliche Notdienst sinnvoll ist

Der zahnärztliche Notdienst ist für akute Beschwerden ausserhalb der regulären Sprechzeiten da, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können. Dazu können sehr starke Schmerzen, eine zunehmende Schwellung, eine nicht stillbare Blutung oder eine Verletzung von Zahn, Mund oder Kiefer gehören.

Während der normalen Öffnungszeiten rufen Sie am besten zuerst Ihre Zahnarztpraxis an. Dort kennt man häufig Ihre bisherigen Befunde und kann besser beurteilen, wie kurzfristig Sie untersucht werden sollten.

Wenn unsere Praxis geschlossen ist, finden Sie den zuständigen Dienst über die offizielle Suche nach zahnärztlichen Notdiensten. Wählen Sie dort Nordrhein-Westfalen und anschliessend Nordrhein aus.

Im Notdienst steht die notwendige Akutversorgung im Vordergrund. Je nach Befund können Schmerzen gelindert, eine Entzündung entlastet oder ein beschädigter Zahn vorläufig geschützt werden. Die endgültige Versorgung erfolgt häufig später in der vertrauten Zahnarztpraxis.

Was unterschiedliche Zahnschmerzen bedeuten können

Zahnschmerzen können aus dem Zahn selbst, aus dem Zahnfleisch oder aus dem Gewebe rund um die Wurzel kommen. Auch ein Riss, eine beschädigte Füllung oder eine ungünstige Belastung beim Kauen kann Beschwerden verursachen.

Der Zahn reagiert kurz auf Kälte

Ein kurzer Kältereiz kann von einem freiliegenden Zahnhals, einer beginnenden Karies oder einer undichten Füllung kommen. Verschwindet der Schmerz sofort wieder, ist das meist weniger dringend als ein lange nachklingender Schmerz. Untersucht werden sollte der Zahn trotzdem.

Mehr dazu erklären wir im Beitrag Zahn empfindlich auf Kälte. Wann ist das noch normal?

Kälte oder Wärme klingt lange nach

Bleibt der Schmerz bestehen, nachdem der Reiz längst vorbei ist, kann das Gewebe im Zahninneren stärker gereizt oder entzündet sein. Vor allem Wärmeempfindlichkeit, nächtliches Pochen und spontan auftretende Schmerzen sollten kurzfristig untersucht werden.

Der Zahn tut beim Zubeissen weh

Schmerzen beim Kauen können unter anderem durch eine hohe Füllung, eine Entzündung an der Wurzel, einen Riss oder eine Überlastung entstehen. Manchmal lässt sich der betroffene Zahn sehr genau zeigen. In anderen Fällen scheint der Schmerz zwischen mehreren Zähnen zu wandern.

Welche Ursachen infrage kommen, lesen Sie ausführlicher unter Warum tut ein Zahn beim Kauen weh?

Der Zahn pocht besonders nachts

Ein pochender Schmerz kann entstehen, wenn das Gewebe im Zahninneren entzündet ist. Im Liegen wird der Druck manchmal deutlicher wahrgenommen. Nicht jedes nächtliche Pochen bedeutet automatisch, dass eine Wurzelbehandlung notwendig ist. Dafür müssen wir zuerst den verursachenden Zahn und den Zustand des Gewebes bestimmen.

Den möglichen Ablauf erklären wir im Beitrag Der Zahn pocht nachts. Wann eine Wurzelbehandlung ihn noch retten kann.

Das Gesicht oder Zahnfleisch schwillt an

Eine Schwellung kann darauf hindeuten, dass sich eine Entzündung über den Zahn hinaus ausbreitet. Sie sollte nicht mit Wärme behandelt oder über mehrere Tage beobachtet werden. Nehmen Schwellung oder Beschwerden zu, kommen Fieber, Schluckprobleme oder Atembeschwerden hinzu, benötigen Sie dringend Hilfe.

Der Schmerz verschwindet plötzlich

Ein plötzliches Nachlassen bedeutet nicht immer, dass der Zahn geheilt ist. Wenn das Gewebe im Zahn abstirbt, kann der Schmerz zunächst schwächer werden. Die Entzündung kann sich dennoch im Bereich der Wurzel fortsetzen. Deshalb sollte auch ein Zahn untersucht werden, der zuvor stark geschmerzt hat und sich dann unerwartet beruhigt.

Was Sie bis zum Termin tun können

Hausmittel können die Ursache nicht beseitigen. Einige einfache Massnahmen können die Zeit bis zur Untersuchung jedoch erträglicher machen.

  • Schonen Sie die betroffene Seite beim Kauen.
  • Putzen Sie die Zähne weiterhin vorsichtig und reinigen Sie erreichbare Zahnzwischenräume behutsam.
  • Kühlen Sie eine Schwellung von aussen mit Pausen. Legen Sie Eis nicht direkt auf die Haut.
  • Vermeiden Sie sehr heisse, sehr kalte oder stark zuckerhaltige Speisen, wenn diese den Schmerz auslösen.
  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, wenn sich das Pochen im Liegen verstärkt.
  • Verwenden Sie Schmerzmittel nur, wenn Sie diese vertragen und entsprechend der Packungsbeilage einnehmen dürfen.

Legen Sie keine Schmerztablette direkt auf den Zahn oder das Zahnfleisch. Auch unverdünnte ätherische Öle und aggressive Hausmittel können die Schleimhaut reizen. Wärme kann bei einer Schwellung zusätzlich unangenehm sein.

Wenn Sie schwanger sind, andere Medikamente einnehmen oder wegen einer Erkrankung nicht sicher wissen, welches Schmerzmittel geeignet ist, fragen Sie bitte in einer Apotheke oder ärztlichen Praxis nach.

Was beim Schmerztermin in unserer Praxis passiert

Bei einem Schmerztermin geht es zuerst darum, die Ursache zu finden, die Beschwerden zu lindern und den Zahn sicher zu versorgen. Die endgültige Behandlung muss nicht in jedem Fall sofort abgeschlossen werden.

  1. Wir hören genau zu. Wann hat der Schmerz begonnen? Reagiert der Zahn auf Kälte, Wärme oder Druck? Können Sie auf einer Seite noch kauen? Gibt es eine Schwellung oder Fieber?
  2. Wir untersuchen Zähne und Zahnfleisch. Dabei achten wir auch auf ältere Füllungen, sichtbare Risse, lockere Zähne und auffällige Kontakte beim Zubeissen.
  3. Wir grenzen den verursachenden Zahn ein. Je nach Beschwerden prüfen wir die Reaktion auf Kälte und vorsichtiges Klopfen. Falls nötig, fertigen wir ein Röntgenbild an.
  4. Wir erklären den Befund. Sie erfahren, was wir erkennen können, welche Fragen noch offen sind und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
  5. Wir versorgen das akute Problem. Was in derselben Sitzung möglich und sinnvoll ist, hängt vom Befund ab.

Gerade bei Zahnschmerzen ist der Zahn, den man selbst als Ursache empfindet, nicht immer der tatsächlich erkrankte Zahn. Deshalb untersuchen wir zuerst und behandeln nicht allein aufgrund der Stelle, auf die der Schmerz ausstrahlt.

Welche Behandlung notwendig werden kann

Starke Zahnschmerzen führen nicht automatisch zu einer Wurzelbehandlung oder zur Entfernung des Zahnes. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und danach, wie viel gesunde Zahnsubstanz noch vorhanden ist.

Karies oder eine beschädigte Füllung

Ist der Schaden begrenzt und das Zahninnere nicht dauerhaft entzündet, kann eine Füllung ausreichen. Manchmal wird der Zahn zunächst provisorisch geschützt und später endgültig versorgt.

Bei einem grösseren Defekt kann eine weitere Füllung den Zahn möglicherweise nicht mehr ausreichend stabilisieren. Dann kommen je nach Befund ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone infrage. Die Unterschiede erklären wir im Beitrag Die Füllung fällt immer wieder heraus. Welche Lösung länger halten kann.

Entzündetes oder abgestorbenes Gewebe im Zahn

Hat eine tiefe Karies oder ein Riss das Zahninnere erreicht, kann eine Wurzelbehandlung notwendig werden. Dabei wird entzündetes oder abgestorbenes Gewebe aus den Kanälen entfernt. Anschliessend werden die Kanäle gereinigt und möglichst dicht gefüllt.

Ob der Zahn dadurch erhalten werden kann, hängt unter anderem von Rissen, der verbliebenen Zahnsubstanz und der Möglichkeit einer dichten Versorgung ab. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung erklärt die möglichen Behandlungen der Zahnwurzel ausführlicher.

Ein Riss oder abgebrochene Zahnsubstanz

Bei einem Riss entscheidet dessen Tiefe. Ein oberflächlicher Defekt lässt sich möglicherweise mit Komposit, einem Inlay oder einer Teilkrone versorgen. Reicht ein Riss tief in die Wurzel, kann der Zahn unter Umständen nicht dauerhaft erhalten werden.

Ein abgebrochenes Stück sollten Sie nach Möglichkeit aufbewahren und zum Termin mitbringen. Ob es verwendet werden kann, entscheidet sich erst nach der Untersuchung.

Eine Entzündung am Zahnfleisch oder Zahnhalteapparat

Nicht jeder Schmerz entsteht im Zahninneren. Auch eine tiefe Zahnfleischtasche, eine lokale Entzündung oder ein Problem am Zahnhalteapparat kann Druck und Schmerzen auslösen. Dann richtet sich die Behandlung nach dem Zustand von Zahnfleisch, Knochen und Zahnoberfläche.

Eine ungünstige Belastung

Ein Zahn kann schmerzen, wenn er beim Zubeissen zu früh oder zu stark belastet wird. Das kann nach einer neuen Füllung auftreten, aber auch mit Knirschen oder Pressen zusammenhängen. Deshalb gehört die Prüfung des Bisses zur Untersuchung.

Wann ein Antibiotikum sinnvoll sein kann

Ein Antibiotikum ist nicht bei jedem Zahnschmerz notwendig. Es beseitigt weder Karies noch reinigt es einen entzündeten Wurzelkanal. Die Ursache muss deshalb weiterhin zahnärztlich behandelt werden.

Bei einer sich ausbreitenden bakteriellen Entzündung, Fieber oder deutlichen Allgemeinbeschwerden kann ein Antibiotikum ergänzend erforderlich sein. Ob das zutrifft, entscheidet die Zahnärztin oder der Zahnarzt nach der Untersuchung.

Nehmen Sie keine übrig gebliebenen Antibiotika auf eigene Faust ein. Das Präparat, die Dosierung und die Behandlungsdauer müssen zur konkreten Situation passen.

Fragen, die am Telefon oft kommen

Muss ich mit Zahnschmerzen immer zum Notdienst?

Nein. Während der regulären Öffnungszeiten ist Ihre Zahnarztpraxis normalerweise die erste Anlaufstelle. Der Notdienst ist für akute Beschwerden ausserhalb der Sprechzeiten gedacht, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können.

Kann ich mit Zahnschmerzen bis Montag warten?

Das kann bei stabilen Beschwerden ohne Schwellung, Fieber, Schluckprobleme oder Atembeschwerden vertretbar sein. Werden die Schmerzen deutlich stärker, entsteht eine Schwellung oder fühlen Sie sich krank, sollten Sie früher zahnärztliche Hilfe suchen.

Kann ein starker Zahnschmerz von selbst verschwinden?

Der Schmerz kann nachlassen, ohne dass die Ursache verschwunden ist. Das ist beispielsweise möglich, wenn das Gewebe im Zahn abstirbt. Lassen Sie den Zahn deshalb auch dann untersuchen, wenn er nach einer sehr schmerzhaften Phase plötzlich ruhig wird.

Wird der schmerzende Zahn sofort gezogen?

Nein. Zuerst prüfen wir, ob der Zahn erhalten werden kann. Eine Entfernung wird eher erwogen, wenn ein tiefer Riss vorliegt, zu wenig belastbare Zahnsubstanz verbleibt oder der Zahn nicht dauerhaft dicht versorgt werden kann.

Brauche ich bei einer Schwellung immer ein Antibiotikum?

Nein. Entscheidend sind Ursache, Ausbreitung und mögliche Allgemeinbeschwerden. Ein Antibiotikum kann in bestimmten Situationen notwendig sein, ersetzt aber nicht die Behandlung der Ursache.

Wie schnell bekomme ich einen Schmerztermin?

Rufen Sie möglichst früh am Tag an und beschreiben Sie Ihre Beschwerden. Wir fragen nach Schmerzbeginn, Schwellung, Fieber und weiteren Warnzeichen. Danach schätzen wir ein, wie kurzfristig eine Untersuchung notwendig ist und was organisatorisch möglich ist.

Starke Zahnschmerzen in Euskirchen abklären lassen

Wenn starke Zahnschmerzen neu auftreten oder deutlich zunehmen, melden Sie sich bitte zeitnah. Wir untersuchen, woher der Schmerz kommt, erklären Ihnen den Befund und besprechen die nächsten Schritte.

Bei Atemproblemen, Schluckbeschwerden oder einer schnell zunehmenden Schwellung im Gesicht oder am Hals rufen Sie sofort die 112. Ausserhalb unserer Sprechzeiten finden Sie den zuständigen zahnärztlichen Notdienst über die offizielle Notdienstsuche.

Zahnarztpraxis Katharina Lintel-Höping
Spiegelstrasse 15
53879 Euskirchen
Telefon 02251 726 61


Quellen
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Behandlung der Zahnwurzel und Wie entsteht Karies?
116117, Zahnärztliche Notdienste finden
Abgerufen im September 2026.

Katharina Lintel-Höping
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